Für Hellas (Wohlmeyer): Unterschied zwischen den Versionen

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H. Wohlmeyer
 
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Version vom 15. Juni 2011, 21:13 Uhr

Für Hellas – für Griechenland

9. 6. 2011

Wenn ich gerade lese, dass unsere Staatholding, ÖIAG, den ‚armen Griechen‘ bei der Privatisierung von Staatsvermögen helfen soll, dann steigt mir nicht nur die Schamröte, sondern auch die Zornesader ins Gesicht. Ein Volk, dessen Regierende vorher von den Finanzmächtigen in unverantwortbare Schulden hineinverführt wurde, wird nun von eben diesen Finanzmächtigen geplündert … und die an ihrem Gängelband laufende Staatengemeinschaft macht ihnen die Mauer und spielt Handlanger – auch mein Vaterland.

Da ich wusste, dass in Griechenland, Portugal und Spanien die Anleihen auslaufen, habe ich vor ‚Ausbruch der Krise‘ vorausgesagt, dass die großen Kapitaleigner eine Schlechtmachungs- und Bereicherungsstampede veranstalten werden, um die Zinsen wieder hochzuschrauben und sich im Angesicht des gefährdeten Weltwährungssystems Realvermögen anzueignen. Beim weit höher verschuldeten Italien getraut man sich dies nicht, weil man einen kommunistischen Umschwung nicht riskieren will; denn dieser würde Totalverlust bedeuten.

Den einzigen klugen Weg hat Frau Kirchner in Argentinien gewählt (den ich auch angeraten habe), nämlich den Finanzmächtigen zu sagen:

a) Ihr habt gewusst, was ihr tut und ihr habt jahrelang die Politik am Nasenring herumgeführt . Warum habt ihr nicht im Interesse des Gemeinwohls und im Interesse eurer Kunden entsprechend beraten – auch in Richtung von mehr Disziplin, Fleiß und Korrektheit?
Vielmehr habt ihr sogar Bilanzierungstricks verkauft.

b) Ihr habt hohe Zinsen verlangt. Hohe Zinsen beinhalten eine Risikoprämie. Nun ist das von Euch zumindest mitverschuldete Risiko schlagend geworden.

c) Ihr habt das Geld ohnehin aus der Luft kreiert (fiat money). Nun führt die Blase wieder in erträgliche Dimensionen zurück.

Daher verlangen wir eine zumindest teilweise Schuldenstreichung. Meine Ökonomen-Freunde haben mir gesagt: Wenn Argentinien dies tut, dann wird es nie mehr mit Krediten bedient werden. Ich habe darauf geantwortet, dass die Chinesen ihre Dollarüberschüsse ohnehin gerne anlegen. Frau Kirchner braucht dort nur anzuklopfen und sofort werden die ‚Investoren‘ einlenken. Und so war es.

Der Trick, der Großkapitaleigner, die EU in die Haftung hineinzudrängen („Rettungschirm“) und sich nach dem Absahnen schrittweise zu Lasten der EU-Steuerzahler zurückzuziehen, macht die Sache natürlich nicht leichter. Mein Rat ist dennoch: Geordneter Ausgleich – wenn nötig auch anderer EU-Staaten und der EU selbst. Dies ist der einzige sinnvolle Ausweg.

Wenn die ‚Investoren‘ diesen Weg nicht gehen, dann wird es in allen europäischen Staaten wieder zum Ruf der „Expropriation der Expropriateure“ kommen (und zwar leider zu recht) und zum gewaltsamen Umsturz.

Schulden wir man nicht los, indem man neue (andere) auf sie aufsetzt. Ich lege auch noch einen ‚Auswege-Artikel‘ bei, den ich für die Franziskaner (Betendes Gottesvolk) geschrieben habe. Diese haben einen hellen Sinn für die Nöte der Zeit. Hinweisen möchte ich auch noch auf die Bücher meines Kollegen Doz. Dr. Dirk Solte, Weltfinanzsystem am Limit und Kartenhaus Weltfinanzsystem (letzeres gemeinsam mit Prof. Eichhorn). Diese sind wohl das Beste an Datengrundlage, Systemanalyse und Auswegstrategien.

Ich leite Ihnen auch noch ein Interview mit dem ehemaligen Assistant Secretary of State, Dr. Paul Craig Roberts, weiter, der die Dinge beim Namen nennt.

H. Wohlmeyer