Bodenschutz: Unterschied zwischen den Versionen

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==Bodenzerstörung==
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Durch Verwitterung sowie durch Zu- und Abfuhr von Stoffen mit Wasser und Luft findet laufend eine Veränderung der Böden statt. Diese Prozesse laufen aber sehr langsam ab, so dass sich die Lebensgemeinschaften des Bodens daran anpassen können.
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Durch das rasche Wachstum der Weltbevölkerung und steigende Ansprüche nehmen die menschengemachten Bodenveränderung dagegen rasant zu. Immer mehr Bodenfläche ist in ihrer Funktion stark beeinträchtigt oder irreversibel zerstört. Beispiele für menschengemachte Bodenverschlechterung oder -zerstörung sind:
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* Humusabau und Zerstörung der Bodenfruchtbarkeit (durch industrielle Landwi„Die stärksten Auswirkungen auf die Bodenqualität haben u.a. die in der Landwirtschaft verwendeten Bodenbearbeitungsverfahren. Der Verlust an der organischen Substanz bzw. der biologischen Vielfalt des Bodens und infolgedessen der Bodenfruchtbarkeit wird häufig durch nicht nachhaltige Verfahren, wie Tiefpflügen empfindlicher Böden und Anbau von Erosion begünstigenden Getreidearten, wie Mais, gefördert. Des Weiteren können Überweidung und Intensivierung der Landwirtschaft - Aspekte, die in der EU mit der Umsetzung der Gemeinsamen Agrarpolitik in Zusammenhang stehen - zu einer Beschleunigung des Bodenverlusts durch Bodenerosion beitragen“ (EUA 2003, S. 47).rtschaft)
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"Ein Beispiel für das Tempo des irreversiblen Verlustes von Böden in Europa ist die städtebauliche Entwicklung während der siebziger Jahre, die dazu führte, dass täglich in Deutschland 120 ha, in Österreich 35 ha und in der Schweiz 10 ha landwirtschaftlich nutzbarer Flächen verloren gingen" (EUA 2001, S. 1).
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EUA (2001): Europäische Umweltagentur: Die Umwelt in Europa: Der zweite Lagebericht. Bodendegradation (Kapitel 11). Download: reports.de.eea.eu.int/92-828-3351-8/de/11.de.pdf (05.10.04)

Version vom 9. Januar 2012, 11:29 Uhr

Aufgabe des Bodenschutzes ist die Erhaltung der Böden mit ihren natürlichen Funktionen.

Was ist Boden?

Boden ist ein unbewegliches, unvermehrbares und leicht zerstörbares Naturgut. Wir Menschen leben (wohnen, reisen) am Boden und wir leben von den Früchten des Bodens. Der Boden ist die oberste Schichte der Erdkruste und somit essentieller Teil der Biospähre. Er ist Klimaregulator und Lebensraum für eine Vielzahl von Lebewesen.

Bodenfunktionen:

  • Lebensraum (Es leben mehr Organismen in als auf dem Boden.)
  • Lebensgrundlage für Pflanzen, Tiere, Menschen
  • Wasserspeicher
  • CO2-Speicher
  • Speicher für Rohstoffe und Bodenschätze
  • Standort, Siedlungs- und Verkehrsfläche
  • erdgeschichtlich und kulturhistorisch wertvolles Archiv
  • Filter-, Puffer- und Umwandlungsfunktion

Bodenzerstörung

Durch Verwitterung sowie durch Zu- und Abfuhr von Stoffen mit Wasser und Luft findet laufend eine Veränderung der Böden statt. Diese Prozesse laufen aber sehr langsam ab, so dass sich die Lebensgemeinschaften des Bodens daran anpassen können. Durch das rasche Wachstum der Weltbevölkerung und steigende Ansprüche nehmen die menschengemachten Bodenveränderung dagegen rasant zu. Immer mehr Bodenfläche ist in ihrer Funktion stark beeinträchtigt oder irreversibel zerstört. Beispiele für menschengemachte Bodenverschlechterung oder -zerstörung sind:

  • Erosion (durch Entwaldung)
  • Schadstoffeintrag (durch Umweltverschmutzung)
  • Versiegelung, Verbauung (Siedlungs- und Straßenbau)
  • Wünstenbildung (durch Klimawandel und durch Störung des Wasserhaushaltes)
  • Humusabau und Zerstörung der Bodenfruchtbarkeit (durch industrielle Landwi„Die stärksten Auswirkungen auf die Bodenqualität haben u.a. die in der Landwirtschaft verwendeten Bodenbearbeitungsverfahren. Der Verlust an der organischen Substanz bzw. der biologischen Vielfalt des Bodens und infolgedessen der Bodenfruchtbarkeit wird häufig durch nicht nachhaltige Verfahren, wie Tiefpflügen empfindlicher Böden und Anbau von Erosion begünstigenden Getreidearten, wie Mais, gefördert. Des Weiteren können Überweidung und Intensivierung der Landwirtschaft - Aspekte, die in der EU mit der Umsetzung der Gemeinsamen Agrarpolitik in Zusammenhang stehen - zu einer Beschleunigung des Bodenverlusts durch Bodenerosion beitragen“ (EUA 2003, S. 47).rtschaft)

"Ein Beispiel für das Tempo des irreversiblen Verlustes von Böden in Europa ist die städtebauliche Entwicklung während der siebziger Jahre, die dazu führte, dass täglich in Deutschland 120 ha, in Österreich 35 ha und in der Schweiz 10 ha landwirtschaftlich nutzbarer Flächen verloren gingen" (EUA 2001, S. 1).


EUA (2001): Europäische Umweltagentur: Die Umwelt in Europa: Der zweite Lagebericht. Bodendegradation (Kapitel 11). Download: reports.de.eea.eu.int/92-828-3351-8/de/11.de.pdf (05.10.04)