Pilotprojekt Bodenbündnis: Unterschied zwischen den Versionen

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==Waldentwicklung im Pielachtal==
 
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Die einmalige Kulturlandschaft des Pielachtales unterliegt seit 4 Jahrzehnten gravierenden Veränderungen durch fortschreitende Mechanisierung, Brachfallen der sog. „Handarbeitszone“ (steile Hanglagen), Auflassungen von Gehöften durch ungeklärte Hofnachfolge, Extensivierung durch Nebenerwerb sowie Konzentrationsprozessen in der Landwirtschaft. Damit einher geht das Problem der zunehmenden Verwaldung, die im Pielachtal mit einem Durchschnitt von 54% über dem österreichischen liegt und sich vor allem in den südlichen Gemeinden gravierend auswirkt. Frankenfels hat einen Waldanteil von 57,5%, Loich von 65% und Schwarzenbach/P. sogar einen Waldanteil von 82%.
 
Die einmalige Kulturlandschaft des Pielachtales unterliegt seit 4 Jahrzehnten gravierenden Veränderungen durch fortschreitende Mechanisierung, Brachfallen der sog. „Handarbeitszone“ (steile Hanglagen), Auflassungen von Gehöften durch ungeklärte Hofnachfolge, Extensivierung durch Nebenerwerb sowie Konzentrationsprozessen in der Landwirtschaft. Damit einher geht das Problem der zunehmenden Verwaldung, die im Pielachtal mit einem Durchschnitt von 54% über dem österreichischen liegt und sich vor allem in den südlichen Gemeinden gravierend auswirkt. Frankenfels hat einen Waldanteil von 57,5%, Loich von 65% und Schwarzenbach/P. sogar einen Waldanteil von 82%.
 
Landwirtschaftlich bedeutet das den Verlust an Produktionsflächen, landschaftsökologisch den Verlust Jahrhunderte alter Kulturlandschaft und der damit verbundenen vielfältigen Landschaftsräume, die im Hinblick auf Biodiversität und Tourismus zentral sind.
 
Landwirtschaftlich bedeutet das den Verlust an Produktionsflächen, landschaftsökologisch den Verlust Jahrhunderte alter Kulturlandschaft und der damit verbundenen vielfältigen Landschaftsräume, die im Hinblick auf Biodiversität und Tourismus zentral sind.
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Loich: +202,2ha / 8,3% der Gemeindfläche (zwischen 1973 und 2003)<br>
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Rabenstein: +339,4ha / 9,4% der Gemeindefläche (zwischen 1956 und 2003)<br>
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Hofstetten-Grünau: +112,3ha / 3,2% der Gemeindefläche (zwischen 1956 und 2003)<br>
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Weinburg: +15,4ha / 1,5% der Gemeindefläche (zwischen 1967 und 2003)<br>
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Ober-Grafendorf: -5,8ha / -0,2% der Gemeindefläche (zwischen 1973 und 2003)<br>
  
 
<b>Empfohlene Maßnahmen zur Erhaltung der offenen Kulturlandschaft: </b>
 
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** Erhaltung der Dirndlsträucher als Kulturlandschaftselemente (Dirndlpflanzaktionen, Dirndlzählaktion, Dirndlkartierung, Dirndlwanderungen, Öffentlichkeitsarbeit)
 
** Erhaltung der Dirndlsträucher als Kulturlandschaftselemente (Dirndlpflanzaktionen, Dirndlzählaktion, Dirndlkartierung, Dirndlwanderungen, Öffentlichkeitsarbeit)
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Aktuelle Version vom 9. Januar 2012, 17:12 Uhr

  • Projektträger: Regionalplanungsgemeinschaft Pielachtal (Vereinsbeschreibung im DirndlWiki)
  • Umsetzung: DI Brigitte Hozang, planact, Technisches Büro für Landschaftsplanung
  • Projektzeitraum: 2004/2005
  • Finanzierung: Gemeinden des Pielachtales und Förderung des NÖ Landschaftsfonds
  • Projektgebiet: Gemeindegebiet von acht Gemeinden (Ober-Grafendorf, Weinburg, Hofstetten-Grünau, Rabenstein, Kirchberg, Loich, Schwarzenbach und Frankenfels)

Die im Projekt behandelten Themen waren

  • Bodenschutz durch Wasserrückhalt - Vorsorgender Hochwasserschutz
  • Nachhaltige Kulturlandschaftserhaltung und Waldentwicklung

Vorsorgender Hochwasserschutz

Ein wesentlicher Teilaspekt des Bodenschutzes ist ein nachhaltiger Wasserhaushalt. Durch die teilweise Regulierung der Flüsse und Bäche, die Siedlungsentwicklung, das Verfüllen von Mulden und Wiesendrainagierungen wurden natürliche Retentionsräume verringert und gleichzeitig die Abflussgeschwindigkeit der Hochwasserwelle vergrößert. So ist heute bei gleichen meteorologischen Bedingungen mit einer größeren Hochwasserspitze zu rechnen, die sich vor allem auf die flussabwärts gelegenen Gemeinden auswirkt. In Arbeitsgruppen wurde eine Situationsanalyse über vorhandene Retentionsflächen durchgeführt und darauf aufbauend potentielle Retentionsflächen ermittelt, die sich aufgrund ihrer Lage und Morphologie für eine Verbesserung des Hochwasserschutzes besonders eignen.

Handlungsempfehlungen für den Wasserrückhalt:

  • Übernahme der Hochwasser-Abflussbereiche (HQ 30 und HQ 100) in die örtlichen Entwicklungsprogramme sowie die Flächenwidmungs- und Bebauungspläne
  • Öffentlichkeitsarbeit und Bewusstseinsbildung (zielgruppenspezifische Informationsangebote, Bevölkerungsbeteiligung bei Detailprojekten, Konfliktbearbeitung, etc.)
  • Schutzwasserbau (Vorlandabsenkung zur Verbesserung der Retentionswirkung, Flussbettaufweitungen als ökologische Maßnahme, Gewässerbetreuungskonzept)
  • Erholungsplanung (Sicherung und Ausbau von Grünzügen am Fluss in Verbindung mit Rad- und Wanderwegen)

Bereits durchgeführte Projekte bzw. gerade in Umsetzung:

  • Pielachtal Radweg
  • Projekt „Au-Freikaufaktion“: natürlicher Retentionsraum zwischen Mühlbach und Pielach in Ober-Grafendorf
  • Hochwasserschutzprojekt Kirchberg/P.: Ausweitung der Pielach, Gestaltung des Flussbettes und Schaffung von teilweise neuen Retentionsflächen
  • Rückbau nicht genehmigter Aufschüttungen im Hochwasserbereich in der Loich
  • Projekt „Dem Fluss Raum geben“: Bewusstseinsbildungsprojekt der Gemeinde Rabenstein, Vorlandabsenkungen zum Hochwasserschutz

Waldentwicklung im Pielachtal

Die einmalige Kulturlandschaft des Pielachtales unterliegt seit 4 Jahrzehnten gravierenden Veränderungen durch fortschreitende Mechanisierung, Brachfallen der sog. „Handarbeitszone“ (steile Hanglagen), Auflassungen von Gehöften durch ungeklärte Hofnachfolge, Extensivierung durch Nebenerwerb sowie Konzentrationsprozessen in der Landwirtschaft. Damit einher geht das Problem der zunehmenden Verwaldung, die im Pielachtal mit einem Durchschnitt von 54% über dem österreichischen liegt und sich vor allem in den südlichen Gemeinden gravierend auswirkt. Frankenfels hat einen Waldanteil von 57,5%, Loich von 65% und Schwarzenbach/P. sogar einen Waldanteil von 82%. Landwirtschaftlich bedeutet das den Verlust an Produktionsflächen, landschaftsökologisch den Verlust Jahrhunderte alter Kulturlandschaft und der damit verbundenen vielfältigen Landschaftsräume, die im Hinblick auf Biodiversität und Tourismus zentral sind.

Waldzuwachs im Vergleich

Schwarzenbach: +380ha / 8,4% der Gemeindefläche (zwischen 1956 und 2003)
Loich: +202,2ha / 8,3% der Gemeindfläche (zwischen 1973 und 2003)
Frankenfels: +245ha / 4,4% der Gemeindefläche (zwischen 1956 und 2003)
Kirchberg: +457ha / 7,2% der Gemeindefläche (zwischen 1964 und 2003)
Rabenstein: +339,4ha / 9,4% der Gemeindefläche (zwischen 1956 und 2003)
Hofstetten-Grünau: +112,3ha / 3,2% der Gemeindefläche (zwischen 1956 und 2003)
Weinburg: +15,4ha / 1,5% der Gemeindefläche (zwischen 1967 und 2003)
Ober-Grafendorf: -5,8ha / -0,2% der Gemeindefläche (zwischen 1973 und 2003)

Empfohlene Maßnahmen zur Erhaltung der offenen Kulturlandschaft:

  • Erstellung eines Landschaftsrahmenplanes Pielachtal auf Grundlage der Bodenbündnispläne zur Waldentwicklung (Ausweisung ökologischer Vorrangflächen zur Sicherung der Produktionsgrundlage der Landwirtschaft, der Artenvielfalt und der Erholungsfunktion).
  • Unterstützung der jungen Kräfte in der Landwirtschaft – faire Preise für Qualitätsprodukte.
  • Qualitätsvoller, integrativer Tourismus (Natur und Erlebnis- sowie ökopädagogische Angebote, Erhaltung und Aufbereitung des attraktiven Wanderwegnetzes).
  • Bewusstseinsbildung/Beratung (Informationen über bäuerliche Dienstleistungen betreffend Landschaftspflege, Beratungsschwerpunkt „Nachhaltige Waldpflege“, Bildungsangebote).

Bereits umgesetzte Initiativen:

  • Kleinregionalen Rahmenkonzept Pielachtal
  • Errichtung von Biomasse-Fernwärmeanlagen (z.B. in Frankenfels, Kirchberg, Hofstetten-Grünau)
  • Förderung der Vermarktung landwirtschaftlicher Produkte (Edelbrand- und Dörrobstgemeinschaft)
  • Entwicklung und Etablierung der Marke Dirndltal