Dörrobstproduktion

Aus NachhaltigkeitsWiki
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Das Trocknen von Obst ist eine alte Methode um Obst für den Winter haltbar zu machen. Die Früchte verlieren Feuchtigkeit, können also nicht mehr so leicht schimmeln. Parallel dazu steigt ihr prozentualer Zuckergehalt und die Konzentration der Aromastoffe, was ebenfalls zur längeren Haltbarkeit und zu einem intensiveren Geschmack beiträgt. Im Pielachtal werden dazu traditionell Zwetschgen, Äpfel und Birnen verwendet. Die getrockneten Birnen werden Kletzen genannt und sind neben den Dörrzwetschgen der Hauptbestandteil des in der Adventzeit beliebten Kletzenbrotes.

Historisch

Im Pielachtal wurde das Obst in eigens dafür errichteten Dörrhäusern getrocknet, was die Bedeutung die das Dörrobst für die Ernährung im Winter hatte unterstreicht. Die räumliche Distanz zu den Wohn- und Wirtschaftsgebäuden sollte im Falle eines Brandes das Übergreifen der Flammen verhindern. Die aus Stein errichteten Häuschen hatten einen großen von außen beheizbaren Ofen. Der Trocknungsraum konnte durch einen separaten Eingang betreten werden, um eine Rauchbelastung des Obstes zu verhindern. Die Früchte wurden auf aus Weiden geflochtenen Matten ausgebreitet und regelmäßig umgeschichtet, um eine gleichmäßige Trocknung sicherzustellen.


Aktuell

In alten Dörrhäusern, die oft auch längere Zeit gar nicht in Betrieb waren, konnte es bei schlecht dichtenden Öfen immer wieder dazu kommen, dass das gedörrte Obst mit Rauchstoffen belastet war. Um diese gesundheitschädlichen Belastungen zu vermeiden wird an neuen Produktionsmethoden gearbeitet.

Ein Beispiel ist das Dörrhaus der Familie Hans Griesauer (Warth), das an die hauseigene Hackschnitzel-Zentralheizung angeschlossen ist.

Die Dörrhäuser sind heute wichtige Kulturlandschaftselemente - siehe Bild.

Beitrag zur Nachhaltigkeit

Trockenobst ist nicht nur gesünder als Chips&Co, es trägt bei entsprechender Erzeugung auch zum Umwelt- und Klimaschutz am Ernährungssektor bei. Die Transportwege vom Obstbaum zum Dörrhaus betragen im Pielachtal meist nur wenige Kilometer (wenn überhaupt). Wird mit Holz geheizt ist der Trocknungsprozess ein klimaneutraler Vorgang.

Pielachtaler Dörrobst

Im Pielachtal wurde 1997 die Pielachtaler Dörrobstgemeinschaft gegründet, die sich um die Wiederbelebung der alten Dörrhäuser und der Tradition des Dörrens bemüht. Mitglieder der Dirndl-Edelbrand-Dörrobstgemeinschaft mit Dörrobstproduktion:

  • Enne Franz, Loich
  • Falkensteiner Franz, Hofstetten-Grünau
  • Fink Petra und Christian, Loich
  • Griesauer Herta, Rabenstein/Pielach
  • Kapeller Herta, Frankenfels