GVO
Die Abkürzung GVO steht für "gentechnisch veränderter Organismus".
GVOs entstehen, wenn durch Methoden der Gentechnologie die Erbanlagen eines Organismuses künstlich verändert werden. Dabei werden entweder einzelne Gene abgeschaltet, oder zusätzliche Gene eingebracht. Werden artfremde Gene eingebracht, so spricht man von Transgenen Organismen. Je nach Art des zu verändernden Organismus unterscheidet man
- weiße (bei Mikroorganismen),
- grüne (bei Pflanzen) oder
- rote (bei Wirbeltieren) Gentechnik.
Dieser Artikel bezieht sich in erster Linie auf die grüne Gentechnik und ihre Auswirkungen auf Mensch und Umwelt.
Gentechnisch veränderte Nutzpflanzen
Ziele der gentechnischen Veränderung von Nutzpflanzen sind:
- Toleranz gegenüber Pflanzenschutzmitteln
- Resistenz gegenüber Pflanzenschädlingen
- Verstärkung einer gewünschten Eigenschaft oder eines Inhaltsstoffes
Vorteile dieser Vorgehensweise sind:
- geringerer Pestizideinsatz, geringere Umweltbelastung
- höhere Ernteerträge bei verringertem Arbeitseinsatz
- große Gewinne für Saatgutkonzerne mit entsprechenden Patenten
Problematik
Eine klare Trennung zwischen gentechnisch veränderten Kulturen, und solchen, die es nicht sind, ist auf offenem Felde nicht möglich. Bakterien und Insekten respektieren Grundstücksgrenzen nicht. Wenn also auf einem transgenen Feld resistentere Parasiten entwickelt und begünstigt werden, die sich da nicht vermehren können, brauchen Sie nicht anderes zu tun, als sich ein angrenzendes wehrloses Feld auszusuchen und sich mit noch unabsehbaren Folgen zu vermehren. Ein mit gentechnisch veränderten Organismen (GVO) bestellter Acker kann nicht mehr in ein traditionelles Feld zurückverwandelt werden. Der Boden ist für die nächsten 30 Jahre verseucht, und es besteht die Gefahr, dass man dadurch der Wüstenausbreitung noch mehr Vorschub leistet. Der Wunsch, der hinter den gentechnisch veränderten Kulturen steckt, ist der nach höheren Erträgen. Aus diesem Grund greift man zu einer übertriebenen Düngung und Bewässerung, was absolut verantwortungslos ist angesichts der Tatsache, dass der Wassermangel das größte Problem der nächsten Jahre sein wird. Die GVO bedrohen ernsthaft die Artenvielfalt. Alle 6 Stunden wird weltweit eine pflanzliche Spezies ausgerottet. Quelle: Carlo Petrini – Slow Food Geniessen mit Verstand
Gefahren gentechnisch veränderter Nutzpflanzen:
- Förderung resistenter Schädlinge
- Förderung der Resistenz von Bakterien gegenüber gängigen Antibiotika
- keine Abschätzbarkeit von Langzeitfolgen in den Ökosystemen
- Verlust der biologischen Vielfalt
- Verlust an fruchtbarem Ackerland
- Abhängigkeit von Saatgutkonzernen durch Verwendung von Hybridsorten